S-Bahn Villingen-Freiburg
Dieser stellte das Projekt vor, berichtete über den aktuellen Stand der Planungen und ging unter Moderation des Donaueschinger Stadtverbandsvorsitzen-den Martin Lienhard geduldig auf die Fragen der ca. 50 Anwesenden ein. Unter den interessierten Zuhörern waren auch Thorsten Frei (MdB) und Karl Rombach (MdL).
Zunächst stellte Schade das Gesamtvorhaben vor, „ein Regionales Nahverkehrskonzept aus einem Guß“ vor. Dieses sieht ein S-Bahn-Netz rund um Freiburg vor mit insgesamt 5 getakteten Linien, die sich zum Teil noch einmal verzweigen.
Mit einbezogen werden Regionalbusse und die Stadtbahn Freiburg. Eine Strecke im Stundentakt führt nach Donaueschingen, ein zweiter Zug fährt nach Seebrugg und ein Teil nach Neustadt. So entsteht ein Halbstunden-Takt. Bei Bedarf könnte dieser Zug Richtung Donaueschingen verlängert werden. Durch die Elektrifizierung zwischen Neustadt und Donaueschingen entfällt das Umsteigen. Ausführlich ging Schade auf die Arbeiten ein, in deren Zuge alle Stationen barrierefrei gemacht werden, Bahnsteige verlängert, Bahnübergänge erneuert, Brücken neu gebaut, Gleise und Weichen verlegt werden müssen. „Größter Brocken“ ist der Dögginger Tunnel, mit über 500 Metern der einzige „echte“ Tunnel auf der Strecke. Zugute kam dem Projekt, das dieser nach Vorabstimmung mit dem Eisenbahnbundesamt Bestandsschutz hat und nicht aufgebohrt werden muss. Trotzdem wird der Umbau sehr aufwändig, da das Gleisbett tiefer gelegt werden muss, Beleuchtung angebracht, Fluchtwege mit Handläufen sowie Sammelplätze außerhalb geschaffen werden müssen, ferner eine Zufahrt für Rettungskräfte. Dies erklärt auch die lange Bauzeit in 2018, in der gleichzeitig auch der Westteil der Strecke ab Neustadt sowie die Breisacher Bahn und die Elztalbahn gesperrt sein werden. „Da müssen wir durch“, bemerkte Schade abschließend.
Thorsten Frei nannte die künftige Umsteigefreiheit zwischen Villingen und Freiburg als infrastrukturelle Anbindung eine wichtige Zukunftsinvestition und bedankte sich für die große Solidarität der anderen Gemeinden im Schwarzwald-Baar-Kreis für dieses teure Projekt. Es sei die größte Investition des Kreises neben den Schwarzwald-Baar Klinikum. Rolf Schütz aus Döggingen nannte das Projekt eine „Runde Sache“ und bedankte sich bei allen Regionalpolitikern.
Offen blieb die Frage nach einem Fahrkartenverbundsystem bis Freiburg. Dies sei Verhandlungssache, so Schade. Hausen vor Wald könne, wenn überhaupt, nur in einer zweiten Stufe mit einem Anschluss rechnen, hier laufen aber Voruntersuchungen. Offen ist auch, welche Fahrzeuge die Strecke in Zukunft befahren. Schade ist aber zuversichtlich, dass sie genügend Transportkapazität haben werden. Die geplante Bauzeit über 14 Monate hält Schade für realistisch, da das Gelände teilweise schwer zugänglich ist, mit eingeplant sind drei Monate Winterpause.