Die Leute wollen mich kennenlernen!
"Ich bin begeistert, dass es gelungen ist, an einem Sonntagmorgen gegen 11.30 Uhr bei 35 Grad Außentemperatur 100 Leute in das Haus des Gastes zu bekommen", gesteht Wolf mit hochrotem Kopf beim anschließenden Pressegespräch und spricht von einem "gelungenen Start und hoher Motivation der Bevölkerung." Von Hüfingen bis Schonach waren CDU-Ortsverbände an diesem Morgen nach Königsfeld gepilgert, auch Kurgäste aus Bayern sind dabei, die Wolf mal kennenlernen wollen. Plakate mit dem Titel "Wolf kommt" und seinem Porträt säumen den Weg nach Königsfeld. "Ich will bekannter werden", so der CDU-Spitzenkandidat aus Tuttlingen. "Wahlkampf ist das nicht", behauptet er: "Die Leute sind neugierig, sie wollen mich einfach kennenlernen". Kennt man ihn nicht schon in Baden-Württemberg? Doch, das räumt Wolf ein. Und sogar darüber hinaus, erzählt er stolz: "Neulich war ich auf Samos und wurde dort von Leuten aus Freiburg gefragt, ob ich nicht der Guido Wolf wäre."
Die sommerlichen Temperaturen seien, so behauptet der CDU-Spitzenkandidat, geradezu seine Passion: "Ich liebe den Sommer, auch wenn er mir den Schweiß auf die Stirn treibt, ich finde ihn schön." Geradezu gefröstelt habe er, als ihm auf der Versammlung ein Herrenhuter Weihnachtsstern geschenkt worden sei, weil er nämlich an Weihnachten, den bevorstehenden Winter und den zu erwartenden Schnee habe denken müssen. Er wolle, so Wolf, "Politik für die Mitte der Gesellschaft" machen und auf der Sommertour mit den Menschen ins Gespräch kommen.
Was die Menschen momentan am meisten bewege, das sei die Flüchtlingsfrage. Das habe er auch an diesem Morgen in Königsfeld feststellen können."Viele fragen sich: Wie geht es weiter. Es gibt eine große Hilfsbereitschaft." Er ist für eine "differenzierte Asylpolitik". Möglichst schnell solle Flüchtlingen mit guten Chancen auf Bewilligung ihres Asylantrages Arbeit, beziehungsweise eine Ausbildung vermittelt werden. Andererseits sollten "Wirtschafts-Flüchtlinge", zum Beispiel aus dem Balkan und Gambia schneller zurückgeführt werden als augenblicklich. Der CDU-Kreisvorsitzende Andreas Schwab kritisierte die Landesregierung wegen der Zuweisung von Flüchtlingen über die Köpfe der Kommunen hinweg.
Dem Ärztemangel im ländlichen Raum möchte Guido Wolf beispielsweise mit Stipendien begegnen. Die Stipendiaten müssten sich verpflichten, nach dem Medizinstudium im ländlichen Raum zu arbeiten.
Viel Geld in die Hand nehmen müsse man für den Breitbandausbau. "Die digitale Revolution steht bevor. Der Schwarzwald-Baar-Kreis ist vorbildlich, aber das sollte für das ganze Land gelten. Bayern tut viel mehr."
Oberste Priorität räumt Wolf dem Lückenschluss B 523/B33 ein, dieser müsse bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes entsprechend berücksichtigt werden. "Die Infrastruktur ist ein Anliegen der Bevölkerung", hat er an diesem Morgen festgestellt. Entsprechend froh seien die Bürger über die beiden B 27-Projekte, für die der Bund jetzt grünes Licht gab. Wenn es nach ihm ginge, könnte der Spatenstich noch in diesem Jahr erfolgen: "Wenn man Geld hat, sollte man loslegen."
Für die "kollegiale Unterstützung" dankte CDU-Landtagskollege Karl Rombach. Stefanie Degen, Ersatzbewerberin für Wolf, brachte Familienpolitik und Kindererziehung als Anliegen ein.