CDU Schwarzwald-Baar

Schmieding spricht über Euro

 Großer Andrang herrschte in der Eschachhalle in Niedereschach. Grund war ein Vortrag des Chefvolkswirtes der ältesten deutschen Privatbank, Dr. Holger Schmieding. Seine klaren Aussagen um einer positiven Zukunft der Eurozone stützte er auf die Reformbereitschaft der sogenannten Peripherieländern, wie Griechenland oder Spanien. Der renommierte Volkswirt machte sich jedoch große Sorgen um Frankreich, welches seine Probleme noch nicht erkannt habe.
Auch Deutschland könne wieder zum „kranken Mann Europas“ werden, wenn die Politik nicht erkenne, dass es nach der Agenda 2010 mit Reformen weitergehen müsse. Mit verständlichen Worten brachte Schmieding die schwierigen Zusammenhänge in der Eurokriese gut verständlich rüber. Der Hamburger sieht die starke und unabhängige Stellung der EZB als klaren Vorteil anderen Volkswirtschaften gegenüber. Denn nur der aufgebaute Druck könne in der Peripherie zu Veränderungen führen. Veränderungen würden auf lange Sicht Weichen für klare Wettbewerbsvorteile der Eurozone stellen. Mit Blick auf eine neu gegründete Partei, die den Austritt Deutschlands aus der Eurozone anstrebt, bezeichnete Schmieding diese als "Spinner", die über ein gewisses "Lehrbuchdenken" nicht hinaus gekommen seien und das wahre Leben ignorierten. Ein Austritt Deutschlands aus der Eurozone würde "unglaubliche Verwerfungen" hervorrufen. "Wir sind keine Insel der Glückseligen, sondern Teil Europas", so die klare Ansage von Schmieding. Gleich mehrfach brach Schmieding eine Lanze für Griechenland, und wenn mancher Deutsche mit den Fingern auf Griechenland zeige und die dort angeblich so schlechte Steuermoral anprangere, mahnte er zur Zurückhaltung. Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, denn diese könnten sich schnell zu einer Schweizer Steuer-CD umwandeln.